Du bist nicht unfotogen!
Hand aufs Herz: Wenn der Chef sagt: „Nächste Woche kommt der Fotograf für neue Mitarbeiterfotos“, was ist dein erster Gedanke? A) „Juhu, endlich Rampenlicht!“ B) „Oh Gott, hoffentlich werde ich an dem Tag krank oder habe einen dringenden Außentermin.“
Wenn du eher zu Team B gehörst, habe ich eine gute Nachricht für dich: Du bist nicht allein. Statistisch gesehen fühlen sich etwa 80 % aller Menschen unwohl, sobald ein Objektiv auf sie gerichtet ist. Und die noch wichtigere Nachricht: Du bist nicht unfotogen. Du hattest bisher wahrscheinlich nur Fotografen, die dich nicht richtig gecoacht haben oder die Situation nicht auflockern konnten.


Als Fotograf bei Warkentin.design höre ich den Satz „Ich hasse es, fotografiert zu werden“ fast bei jedem Auftrag. Und weißt du was? Am Ende des Shootings schauen genau diese Leute auf das Display (wir fotografieren oft direkt in den Laptop) und sagen: „Wow, das bin ja ich – in gut!“
Hier erkläre ich dir, warum das kein Hexenwerk ist und warum du vor unserem nächsten Shooting absolut entspannt bleiben kannst.
Das „Spiegel-Phänomen“: Warum wir uns fremd fühlen
Weißt du, warum wir uns auf Fotos oft nicht mögen? Das hat einen psychologischen Grund. Wir kennen unser Gesicht nur aus dem Badezimmerspiegel. Ein Spiegel zeigt uns aber immer ein spiegelverkehrtes Bild. Ein Foto zeigt uns jedoch so, wie andere uns sehen – also „richtig herum“. Da kein Gesicht zu 100 % symmetrisch ist, wirkt dieses Bild auf unser Gehirn „falsch“ oder fremd. Ein guter Fotograf kennt diesen Effekt und weiß, wie er mit Licht und Perspektive arbeiten muss, damit du dich auf dem Bild trotzdem wiedererkennst und wohlfühlst.

Dein Job ist dein Job. Mein Job ist das Foto.
Viele Menschen denken, sie müssten vor der Kamera „performen“ oder wissen, wie man sich hinstellt. Das ist Quatsch. Du bist Experte im Marketing, im Vertrieb oder in der Buchhaltung – nicht auf dem Laufsteg in Paris. Es ist zu 100 % meine Aufgabe als Fotograf, dich so zu lenken, dass du gut aussiehst.
Wir nennen das „Directed Posing“. Ich lasse dich nicht einfach stumm vor einer Wand stehen. Ich leite dich Millimeter für Millimeter an:
- Die Haltung: „Verlager das Gewicht locker auf das linke Bein.“ (Das bricht die starre „Soldatenhaltung“ auf und wirkt sofort dynamischer).
- Die Hände: Wohin damit? In die Tasche? Verschränken? Keine Sorge, ich sage dir genau, was natürlich aussieht und was nicht.
- Das Gesicht: „Atme tief durch den Mund aus.“ (Löst sofort die Anspannung im Kiefer). „Zieh das Kinn leicht nach vorne und unten.“ (Der beste Trick für eine definierte Kieferlinie).
Du musst nicht kreativ sein. Du musst mir einfach nur vertrauen und meinen Anweisungen folgen.
Authentizität schlägt Perfektion
Wir sind oft viel zu kritisch mit uns selbst. Wir sehen jede kleine Falte, die anderen gar nicht auffällt. Bei einem modernen Business-Portrait geht es aber nicht darum, dich glattzubügeln, bis du aussiehst wie eine Wachsfigur. Es geht um Ausstrahlung.
Ein ehrliches Lachen, ein kompetenter Blick oder eine entspannte, offene Haltung wirken viel professioneller als eine steife, erzwungene Pose. Die besten Bilder entstehen oft in den „Zwischenmomenten“ – wenn wir kurz quatschen, über einen schlechten Witz lachen oder du mir von deinem aktuellen Projekt erzählst. In diesen Sekunden leuchten die Augen nämlich wirklich.
Mein Profi-Tipp: Der „Squinch“ Viele reißen die Augen auf, wenn ein Foto gemacht wird, um „wach“ auszusehen. Das wirkt aber oft schreckhaft. Versuche stattdessen, das untere Augenlid ganz leicht anzuspannen (so wie wenn du etwas in der Ferne fokussierst). Das gibt dem Blick sofort eine unglaubliche Intensität und Kompetenz. Klingt kompliziert? Keine Sorge, wir üben das zusammen!

Fazit: Entspannung ist die halbe Miete
Komm so zum Termin, wie du bist. Du musst kein Posing-Training vor dem Spiegel absolvieren. Sorge einfach dafür, dass du dich in deiner Kleidung wohlfühlst (dazu gibt es einen eigenen Artikel!) und bring eine kleine Portion Neugier mit. Wir kümmern uns um das Licht, den Winkel, den Hintergrund und die gute Stimmung.
Wir sehen uns vor der Linse!

